Zecken - sind sie eine Gefahr? | Naturpark RheinTaunus | Naturpark RheinTaunus

Zecken - sind sie eine Gefahr?

Batti Bechstein hilft dir mit unserer Zeckenkarte

Bist du von einer Zecke gestochen (bzw. weitläufiger: gebissen) worden? Keine Panik unsere Batti Bechstein Zeckenkarte hilft dir den Parasit wieder loszuwerden.

Unsere Batti Bechstein Zeckenkarte kannst du an unseren Informationsständen bei verschiedenen Festen bekommen. Oder du meldest dich einfach bei uns in der Geschäftsstelle.

Was ist eine Zecke?

Die Zecken lassen sich biologisch den Spinnentieren zuordnen. Durch ihren Körperbau und ihr Verhalten sind sie sehr gut an ihre Umwelt angepasst und ernährt sich auf Kosten anderer Lebewesen vom Blut anderer Tiere oder Menschen (Parasit). Zecken halten sich bevorzugt an niedrig wachsenden Pflanzen (bodennaher Vegetation) auf, insbesondere in hohen Gräsern, Büschen und Sträuchern. Auch in städtischen Parkanlagen und anderen Grünflächen sind sie zu finden.

Wie kann eine Zecke mich stechen?

Beim Aufenthalt im hohen Gras klammern sich Zecken häufig an der Kleidung von Menschen fest, krabbeln darauf herum und suchen nach ungeschützter Haut und gelangen so auch direkt auf die Haut. Hier suchen sie eine geeignete Hautstelle auf, an der sie sich festsetzen und mit ihren scherenartigen Mundwerkzeugen die Haut aufschneiden und mit dem Stechrüssel in das Gewebe stechen und damit das Blut des Wirtes saugen. Daher ist es auch ein Zeckenstich und kein Zeckenbiss, wie viele denken. Gerne suchen sie Körperstellen mit dünner Haut, wie Kniekehlen, Leisten- und Intimbereich, Bauchnabel, Achseln.

Wie kann ich mich vor einem Zeckenstich schützen?

Ein Zeckenstich lässt sich nicht komplett verhindern. Es gibt jedoch einige Vorsichtsmaßnahmen, die du treffen kannst, um den Stich und daraus entstehende Krankheiten zu vermeiden.

Am höchsten ist die Zeckengefahr im hohen Gras und Unterholz. Daher die eigene Haut mit langer Kleidung bedecken und die Hose in die Socken stecken. Barfuß laufen oder Tragen von offenen Schuhen sind ungünstig. Bei heller Kleidung entdeckt man die Zecken schneller und kann sie entfernen, bevor sie die Haut erreichen.

Zudem sollte man sich nach Aufenthalten in der Natur gründlich nach Zecken absuchen. Besonders beliebt bei den kleinen Blutsaugern sind dünne und warme Hautstellen. In den Kniekehlen, im Bauch- und Brustbereich unter den Achseln sowie im Intimbereich sollte man sich daher gründlich absuchen. Aber auch der Kopf- und Nackenbereich (hinter den Ohren) ist anfällig.

Insektenabweisende Mittel können hilfreich sein, um nicht nur Stechmücken sondern auch Zecken von sich fernzuhalten.

Zecken können ganzjährig aktiv sein. Bei konstant niedrigen Temperaturen fallen sie in eine Winterstarre. Von ihnen geht die größte Gefahr von März bis November aus.

Was tun bei Zeckenbiss?

Entdeckst du eine Zecke auf der Haut, solltest du sie möglichst schnell entfernen, um das Risiko einer Krankheitsübertragung zu verringern. Je früher, desto besser!

Zur Entfernung eignet sich unsere Zeckenkarte, aber auch jede andere Zeckenkarte, Zeckenzange oder eine feine Pinzette. Die Zecke möglichst nah an der Haut fassen und langsam sowie gerade herausziehen (nicht drehend), mit einer Zeckenkarte langsam schiebend entfernen.

Anschließend möglichst die Einstichstelle desinfizieren. Wichtig: Es ist nicht empfehlenswert, die Zecke mit Öl, Klebstoff oder anderen Hausmitteln zu behandeln, da sie dadurch vermehrt Krankheitserreger abgeben könnte.

Nach dem Entfernen sollte die Einstichstelle einige Zeit beobachtet werden. Am besten kringelst du die Einstichstelle mit einem Kuli ein, dann siehst du, ob dort Rötungen auftauchen. Treten eine ringförmige Hautrötung, Fieber, starke Kopfschmerzen oder andere ungewöhnliche Beschwerden auf, solltest du zeitnah eine Ärztin oder ein Arzt aufsuchen. Es besteht die Möglichkeit einer Borrelien-Infektion oder auch einer Hirnhautentzündung (FSME).

Was kann die Folge eines Zeckenbisses sein?

Hauptsächlich übertragen Zecken folgende Krankheiten:

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
Die FSME wird durch Viren verursacht und kann zu einer Entzündung des Gehirns, der Hirnhäute oder des Rückenmarks führen. Typische Symptome sind Fieber, Kopfschmerzen und grippeähnliche Beschwerden. Gegen FSME gibt es eine wirksame Schutzimpfung, die besonders für Menschen in Risikogebieten empfohlen wird. Der Naturpark RheinTaunus gehört noch nicht direkt dazu (Stand Jan. 2026), wird sich aber in den nächsten Jahren vermutlich dazuzählen lassen. Die Verbreitung erfolgt stetig von Süd- nach Norddeutschland. Eine Karte der FSME-Risikogebiete und das entsprechende Bulletin (Stand: Feb. 2026) bietet das Robert-Koch-Institut.

Lyme-Borreliose
Die Lyme-Borreliose wird durch Bakterien übertragen. Ein häufiges erstes Anzeichen ist eine ringförmige Hautrötung um die Einstichstelle, die sogenannte Wanderröte. Unbehandelt kann die Erkrankung unter anderem die Gelenke, das Nervensystem oder das Herz betreffen. Im Gegensatz zur FSME kann Borreliose mit Antibiotika behandelt werden, es existiert jedoch keine Schutzimpfung. Weitere Antworten zu Zecken, Zeckenstich und Infektion findest du auf der Website des Robert-Koch-Instituts.

Gibt es bei uns im Naturpark RheinTaunus Zecken?

Ja, es gibt in der Natur überall Zecken, selbst in deinem Garten oder mitten im Wald. Der Naturpark RheinTaunus ist noch kein Risikogebiet für FSME, aber zukünftig werden sich die Risikogebiet nach Norden hin ausweiten. (Stand Jan. 2026)
Es wurden auch in Bundesländern ohne FSME-Risikogebiete vereinzelt FSME-Erkrankungen beobachtet, deshalb sollte man dennoch wachsam sein. Eine Karte der FSME-Risikogebiete und das entsprechende Bulletin (Stand: Feb. 2026) bietet das Robert-Koch-Institut.

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