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Nachhaltigkeit erleben und erlernen

Naturpark Rhein-Taunus stellt BNE-Konzept vor

Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE) – hinter diesem etwas sperrig klingenden Begriff steckt der zentrale Gedanke einer zukunftsorientierten Bildung mit wegweisenden Ansätzen für kommende Generationen (17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der UN).

Gelungene BNE-Angebote vermitteln Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen nachhaltiges Denken und Handeln – "lebenslanges Lernen für Alle" ist das Motto. Dabei geht es nicht nur um das Wissen zur Nachhaltigkeit oder die klassische Umweltbildung mit Artenkenntnissen. Im Zentrum steht vielmehr die Vermittlung sogenannter Handlungskompetenzen mit denen das Erlernte auch im Alltag angewendet werden kann.

Um diesem, im Bundesnaturschutzgesetz an die Naturparke übertragenen, Bildungsauftrag und der Umsetzung des im Jahr 2018 erstellten Naturpark-Plans nachzukommen, hat der Naturpark Rhein-Taunus in einem öffentlichen Beteiligungsprozess unter Mitwirkung regionaler Bildungsträger, Kommunen, Vereine, Verbände, Organisationen, BNE-Aktiver und -Interessierter seit Oktober 2020 über Präsenz- und Online-Veranstaltungen ein Konzept für Bildung für nachhaltige Entwicklung erarbeitet.

Das Ergebnis wurde jetzt in der Fasanerie Wiesbaden der Öffentlichkeit vorgestellt. Umweltdezernent und Verbandsvorsitzender des Naturparks Andreas Kowol begrüßte das vorliegende Konzept und betonte die herausragende Aufgabe der Vermittlung nachhaltiger Bildung als Lebensgrundlage eines jeden Menschen, die es über die Stadtgrenzen der Stadt Wiesbaden hinaus mit gemeinsamen Projekten mit dem Rheingau-Taunus-Kreis und dem Naturpark als Netzwerkplattform mit Leben zu füllen gilt. „Man habe mit diesem Konzept den Nerv der Zeit getroffen", so Landrat Frank Kilian, „es gehe darum die Zusammenhänge der Natur und die besonderen Schätze unserer Region allen Menschen, auch inklusiv und integrativ, bewusst zu machen und eine nachhaltige Zukunft in unserem Naturpark Rhein-Taunus zu gestalten."

Für den Naturpark selbst bedeutet dies, bereits bestehende Umweltbildungsangebote mit der „BNE-Brille" anzuschauen und weiterzuentwickeln, oder auch ganz neue Angebote in den im Konzept neu definierten Themenfeldern wie „nachhaltige Mobilität", „Klimaschutz" oder „Ernährung und nachhaltiger Konsum" aufzustellen. Ebenso sollen Anlagen oder bestehende Lehrpfade für die BNE aufbereitet werden, um den Naturpark mit seiner Vielfalt an naturnahen und kulturträchtigen Orten als außerschulischen Lernort zu etablieren.

Die Zusammenarbeit mit interessierten Schulen im Naturparkgebiet soll verstärkt und der Aufbau von Naturparkschulen, – Kitas und auch -Universitäten vorangetrieben werden. Insbesondere soll in der Netzwerkarbeit ein Schwerpunkt gesetzt werden – BNE-Anbieter zu verknüpfen mit BNE-Suchenden und – Interessierten, wie z.B. Schulen, Institutionen oder auch interessierte Unternehmen soll Aufgabe sogenannter BNE-Scouts werden, die hierfür entsprechend fortgebildet werden sollen.

Auch in dem bereits bestehenden BNE-Netzwerk Wiesbaden möchte der Naturpark als Gründungsmitglied sein Engagement ausweiten und das Thema BNE über verschiedene größere und kleinere Projekte in die Region tragen. Ein BNE-Katalog und eine digitale Übersichtsplattform sind in Planung genauso wie entsprechende Fortbildungsangebote und Qualifizierungsmöglichkeiten. Bereits im August besteht für 20 NaturparkführerInnen eine erste Fortbildungsmöglichkeit in Sachen nachhaltiger Bildung. Aktuell strebt der Naturpark die Zertifizierung als Bildungsträger für BNE des Landes Hessen an.

Eingetragen am: 10.06.2021


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