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Mission „Eichelhäher“ ein voller Erfolg!

Groß und Klein haben im Rahmen einer BürgerInnenaktion an einer vom Naturpark RheinTaunus initiierten Wiederbewaldung von Schadflächen mitgewirkt.

Herbstzeit ist Eichelzeit und dieses Jahr hingen die Bäume besonders voll. Das passiere alle paar Jahre, so Andreas Wennemann, der Geschäftsführer des Naturparks Rhein Taunus. Dieses Phänomen bezeichnet man als „Mastjahr" der entsprechenden Baumart. Die Eichelhäher und andere Tiere finden dann besonders viele Früchte, die sie an vielen Stellen im Waldboden für ihren Wintervorrat vergraben können. Doch dann und wann vergessen sie, wo sie ihre Verstecke angelegt haben. In sogenannten Mastjahren gibt es außerdem zu viele Früchte, als dass die Tiere sie alle fressen können. Das ist wichtig für die Waldentwicklung, denn über den Winter können so schon die ersten kleinen Wurzeln wachsen. Sobald die Frühlingssonne dann ihre ersten Strahlen aussendet, kommen die Blätter der kleinen Bäume aus dem Boden. Mit genug Wasser und Licht kann nach vielen Jahren ein stattlicher Baum heranwachsen.

In diesem Jahr sollten die Menschen den, vom Klimawandel unter Druck gesetzten, Wald bei seiner natürlichen Regeneration unterstützen. Andreas Wennemann, früher selbst als Revierförster tätig, hatte diese Idee mit mehreren Forstbetrieben besprochen. Kleine Bäumchen, die ihre Wurzel vor Ort direkt aus einer Frucht heraus im Boden entwickeln, sind mit hoher Wahrscheinlichkeit viel widerstandsfähiger als Bäume, die über einen langen Umweg aus der Baumschule und eine Pflanzung in den Wald gehen müssen. Zentral ist das natürlichere, unbeschädigte Wurzelnetzwerk, welches sich optimal vor Ort entwickeln kann. Durch dessen Größe und die Anpassung an den jeweiligen Standort, hätten die kleinen Bäumchen langfristig eine bessere Chance, zu überleben, so Wennemann.

Darum ließen sich viele FörsterInnen im Naturparkgebiet von der niedrigschwelligen BürgerInnenaktion begeistern und boten in den letzten Wochen Sammelaktionen an, zu der alle BürgerInnen herzlichst willkommen waren. So schlüpften zum Beispiel Kindergarten- und Grundschulkinder im Gemeindewald Heidenrod in die Rolle des Eichelhähers. Sie sammelten zunächst die Früchte und drückten sie anschließend in die Erde. Von Förster Tino Manthey lernten die Kinder dabei etwas über den Wald und seine Bewohner. Auch Ulrike Haus von HessenForst, lud die BürgerInnen im Stadtwald Rüdesheim dazu ein, mit ihr einen Sonntagvormittag zu verbringen. Sie berichtete dabei Wissenswertes rund um das Thema Klimawandel und Waldverjüngung. An diesem Termin wagten auch Gerrit Geilich von der Waldkita Aulhausen und Andreas Wennemann vom Naturpark Rhein Taunus den Praxistest. Unter Anleitung von Frau Haus und ihrem Kollegen Markus Wehran sammelten sie reichlich Eicheln in einem Saatgutbestand und verteilten auch die zuvor von den beiden Waldgruppen gesammelten Eicheln stellvertretend für die Kinder, die an dem Wochenendtermin nicht anwesend sein konnten.

„Eine gelungene Aktion!", sagt Ralf Schmidt, der Revierleiter Zorn-Dickschied. Zusammen mit seiner Nachfolgerin Johanna Köhler und Claudia Zimmermann, der Leitung der Kindertagesstätte Wirbelwind, hat er mit Kindern im Alter von 4-6 Eicheln, Rosskastanien und Walnüssen auf einer Fichten-Schadfläche in Dickschied vergraben. Ob sich an den Kahlflächen tatsächlich ein junger Wald entwickelt, bleibt abzuwarten. Jetzt gilt es, der Natur ihren Lauf zu lassen.

Eingetragen am: 23.10.2022


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