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Wenn der Boden Geschichte erzählt -

der Limes im Naturpark RheinTaunus leuchtet im Fackelschein

Jedes Jahr am 5. Dezember macht der Internationale Tag des Bodens auf die enorme Bedeutung dieser lebenswichtigen Ressource aufmerksam. Der Boden unter unseren Füßen ist weit mehr als nur Erde. Er ist Grundlage unserer Ernährung, filtert und speichert Wasser, reguliert globale Stoffkreisläufe und wirkt als größte terrestrische Kohlenstoffsenke unmittelbar auf das Klima. Gleichzeitig stellt er einen der artenreichsten Lebensräume dar. Darüber hinaus dient der Boden als Archiv unserer Vergangenheit: In ihm lagern Spuren von Natur- und Kulturereignissen, die über Jahrtausende hinweg erhalten geblieben sind. Weltweit wird der 5. Dezember daher genutzt, um auf den Schutz des Bodens hinzuweisen.

Ein besonders kostbares Kapitel dieser Geschichte liegt auch im Naturpark RheinTaunus verborgen: das UNESCO-Welterbe Limes. Diese einst insgesamt über 7.500 Kilometer lange Grenzanlage des Römischen Reiches verlief unter anderem mitten durch unsere Region. Wo vor nahezu 2000 Jahren Limestürme, Palisaden, Wall und Graben sowie Kastelle die Grenze markierten, erinnern heute oft nur noch feine Bodenreliefs oder archäologische Strukturen im Untergrund an dieses einzigartige Kulturdenkmal. Viele seiner Spuren sind auf den ersten Blick kaum wahrnehmbar – und gerade deshalb lohnt es, sie wieder sichtbar zu machen.

Um diesen verborgenen Schatz ins Bewusstsein zu rücken, laden wir gemeinsam mit zahlreichen ehrenamtlichen Partnerinnen und Partnern zu einem besonderen Erlebnis ein: Am 31. Januar 2026 wird der Limes im Naturpark RheinTaunus in warmem Fackelschein erstrahlen. Mit dieser Aktion zum Internationalen Tag des Bodens möchten wir nicht nur die Geschichte und den Verlauf des Limes erlebbar machen, sondern auch auf den Wert des Bodens aufmerksam machen, der all diese Zeugnisse bewahrt. Gleichzeitig unterstützen wir damit die hessische Schirmherrschaft für den Boden des Jahres 2026 – den „Archivboden" – und setzen ein sichtbares Zeichen für seinen Schutz.

Mit der Veranstaltung „Limes im Fackelschein" wird der Blick auf den Boden geschärft – nicht als bloße Fläche, sondern als unverzichtbare Ressource und als bewahrendes Gedächtnis der Landschaft. Jeder Schritt entlang des Limes ist zugleich ein Schritt in die Vergangenheit. Im flackernden Schein der Fackeln wird sichtbar, wie der Boden Geschichte bewahrt und preisgibt – und welch große Bedeutung ihm als Archiv der Natur- und Kulturgeschichte zukommt.

Eingetragen am: 05.12.2025

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