Einstellungen

Endlich einmal wieder etwas Schnee, ...

... zu wenig für Loipen im Naturpark Rhein-Taunus

Der Schneefall kam früh, aber irgendwie war es vor dem Hintergrund der Entscheidung des Naturparks Rhein-Taunus das Spuren von Loipen im Wald einzustellen fast zu erwarten, dass es schneit. Die ersten weißen Flocken diesen Winters scheinen für sich zu sprechen, aber die Schneemenge auf den Taunushöhen ist, wie so oft in den letzten Jahren, zu gering für das Spuren von Loipen im Wald. Wintereinbrüche wie dieser werden uns auch zukünftig immer wieder einmal mit ihrer weißen Decke überraschen, aber die Anzahl der Tage mit Schnee hat von Jahrzehnt zu Jahrzehnt erheblich abgenommen.

Wer könnte das besser beurteilen als Norbert Schäfer, der weithin bekannten Loipenwart des Naturparks Rhein-Taunus? Seit 1979 hat er mit viel Herzblut und Engagement die Spuren für die Freunde des Langlaufsports angelegt und gepflegt. Über diese Aktivitäten hat er akribisch Buch geführt und nach den letzten 3 Jahren ohne ausreichend Schnee hat er sich nicht nur aus Altersgründen im Frühjahr dazu entschlossen, seinen Motorschlitten abzugeben. Dieses Ende des Angebots für Langlaufsportler zwischen den Naturpark-Parkplätzen „Jagdschloss Platte" oder „Trompeterstraße" bei der Siedlung Wildpark rund um die „Hohe Kanzel" (592 m ü. NN.) hat somit einen langen Anlauf genommen.

„Diese Entscheidung ist uns nicht leicht gefallen. Wir haben sie Jahr um Jahr hinausgeschoben", so Andreas Wennemann, Geschäftsführer des Naturparks Rhein-Taunus, und fügt hinzu: „Wir wissen um die Bedeutung dieses ganz besonderen Angebots für eine treue Fan-Gemeinde unseres Loipenwarts und geben dieses besondere Erlebnis im Wald nur schweren Herzens auf. Nobert Schäfer danken wir an dieser Stelle noch einmal herzlich für dieses unglaubliche Engagement".

Im Naturpark weiß man um die vielen weitere Gründe, die nicht zuletzt auch von Herrn Schäfer und Alexander Schafft, Leiter des Pflegetrupps im Naturpark, mit ihrer Erfahrung draußen an der Strecke wiederholt bestätigt wurden. Die langfristigen und unausweichlichen Wirkungen der Klimaerwärmung machen sich nicht nur durch sinkende Schneemengen bemerkbar. Seit Jahren führen die unübersehbaren Waldschäden an den Waldbeständen durch Sturm, Hitze, Trockenheit und Borkenkäfer zu weiteren Problemen. Das Rücken der großen Mengen an Schadholz und dessen Lagerung neben den Waldstraßen haben die Substanz der Loipentrasse erheblich angegriffen. Die für funktionierende Loipen durchgehende Behebung dieser Schäden ist auch durch das lagernde Holz derzeit kaum realisierbar. Schon in „normalen" Jahren war der erforderlichen personelle und finanzielle Aufwand vor dem Hintergrund der Schneemengenlotterie auf nur rund 500 m ü. NN im Taunus kaum mehr zu rechtfertigen. Durch den besonderen Aufwand der Waldschäden ist dies immer schwerer gefallen.

„Speziell in diesem Jahr steigt durch schwer erkennbare Trockenäste in Baumkronen zudem die Gefahr des Schneebruches", so Wennemann, „Wenn bei uns Schnee fällt, ist dieser oft sehr nass und schwer, was dann zu abbrechenden Ästen führen kann".

In Zeiten der Corona-Pandemie hat der Geschäftsführer einen weiteren wichtigen Hinweis für das kommende weiße Winter-Wochenende:

Ein Teil der neben der B 417 liegenden und häufig als Parkmöglichkeit genutzten Flächen am Jagdschloss Platte wird seit längerem intensiv für die Holzverladung der Käferholzmengen benötigt. Somit sind diese Flächen bis auf weiteres für das Parken von PKW aufgrund der großen Holz-, Rinden- und Schmutzmengen NICHT GEEIGNET! Der Parkplatz direkt am Jagdschloss erreicht unter dem Besucherandrang der Corona-Pandemie schon unter ganz „normalen" Umständen ab der Mittagszeit die Grenzen seiner Kapazität. Die üblichen Mengen an Schneebesuchern früherer Jahre kann das Gelände absehbar nicht verkraften!

Um größere Konflikte und Staus zu vermeiden bitten wir Sie dringend Winterausflüge in den Wald gerne zu Fuß, ggf. per Rad oder per Bus zu unternehmen. Wählen sie unbedingt auch andere Ziele (unsere Parkplätze) im Naturpark, auch gerne etwas weiter im Taunus, Aartal oder im Idsteiner Land. Hier ist eine Karte im PDF-Format aller Naturpark-Parkplätze nach Höhe dargestellt. Fahren Sie früher oder später zum Spaziergang, auch dies hilft uns allen dabei, die notwendigen Abstände und Regeln weiterhin einzuhalten. Dann steht der so wichtigen und genussvollen Erholung im Naturpark Rhein-Taunus auch an einem besucherstarken Winterwochenende nichts mehr im Wege.

Für den immer seltenen Fall ausreichender Schneelagen für Loipen prüft der Naturpark Rhein-Taunus derzeit, ob mit der noch vorhandenen (Alt-)Technik in freien Lagen z.B. auf Wiesen weiterhin ein kleines Loipenangebot realisiert werden kann. Sollte dies möglich sein, finden Interessierte die Informationen auf unserer Website.

Eingetragen am: 02.12.2020


powered by webEdition CMS