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Schon mal was von einer Jule gehört?

Kleines Boot oder Sofas für Greifvögel?

Julen sind künstlich geschaffene Sitzgelegenheiten dienlich insbesondere für Greifvögel, wie Mäusebussard und Turmfalke, aber auch Eulenvögel. Von hier aus erspähen und erjagen diese ihre Beute, vor allem Mäuse.

Durch Hecken und Zäune eingefasste Felder gibt es kaum noch, denn sie werden in der Landwirtschaft als hinderlich bei der großflächigen Bearbeitung mit landwirtschaftlichen Maschinen angesehen.

Das Anbringen von Ansitzmöglichkeiten dient dem praktischen Naturschutz, denn wenn neben den fehlenden Hecken auch in der freien Landschaft Bäume fehlen, erleichtern Julen die Jagd der Greife und tragen so zur Reduzierung von übermäßigen Mäusepopulationen bei.

Der Naturpark Rhein-Taunus hat sich entschlossen, an mehreren Stellen solche Julen aufzubauen. Zusammen mit den Bundesfreiwilligen wurde kürzlich der erste Prototyp einer Naturpark eigenen Jule hergestellt und am Rande eines Feldes bei Born, zur Gemeinde Hohenstein gehörend, eingebracht. Sie besteht aus einem etwa 2,50 Meter hohen, Kesseldruck imprägnierten Rundholz, an dem am oberen Ende ein passender natürlicher Ast horizontal als Greiffläche angeschraubt wurde. Ein weiterer natürlicher Ast stabilisiert die Greiffläche und bildet mit dieser zusammen ein Dreieck. Die Verwendung eines Metallrohrs, sowie eines Stücks Kunststoffpfostens am unteren Ende des Trägers, welcher in die Erde eingeschlagen wurde, verhindert ein schnelles Faulen der Konstruktion und ist somit über eine längere Zeit von Nutzen.

Da an der Installationsstelle auch der Limeswanderweg verläuft, wurde an der Jule zugleich auch die entsprechende Wandermarkierung angebracht.

Die in dieser Weise aufgestellten Ansitze im Naturpark sind somit von mehrfachem Nutzen: Sie dienen sowohl den Greifvögeln, als auch den bäuerlichen Betrieben mit landwirtschaftlichen Flächen, sowie den Wanderern.

Eingetragen am: 30.01.2021


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